Gestern war mein schwarzer Freitag.
Telefonisch bekam ich eine Absage für das elternunabhänige Bafög. Drei Monate Berufstätigkeit haben mir zu den geforderten fünf Jahren gefehlt.
Tja, und da meine Eltern relativ gut verdienen, bekomme ich auch kein elternabhäniges Bafög. Der Aufwand zum Ausfüllen der Formblätter zum Einkommen meiner Eltern ist zu groß und der Erfolg nachweislich zu gering, auch nur einen Cent vom Bafög-Amt zu bekommen. Also werde ich am Montag meinen Bafög-Antrag schriftlich zurückziehen.
Meine Eltern sind also für mich unterhaltspflichtig, obwohl ich seit rund neun Jahren nicht mehr Zuhause wohne, verheitratet bin und zwei Kinder habe.
Ich möchte eben aus diesen Gründen den Unterhaltsanspruch meinen Eltern gegenüber nicht geltend machen. Laut Düsseldorfer Tabelle würden mir aber rund 500 Euro zu stehen.
Außerdem habe ich gestern noch bei der zuständigen Familienkasse angerufen, in dem Glauben, ich könnte, bis ich 27 Jahre alt bin Kindergeld beziehen. Tja, da war ich fehlinformiert. Nur die Jahrgänge bis 1981 haben bis zum 27. Lebensjahr Kindergeld bekommen. Alle ab 1982 bekommen nur bis zum 25. Lebensjahr Kindergeld.
Niederschmetterndes Ergebnis: Ich bekomme also keine finanzielle Hilfe vom Staat. Weder jetzt in der einjährigen Schulausbildung, noch danach im angestrebten Studium.
Eine Situation, die mich zum Aufgeben bringen könnte, wäre da nicht mein Mann. Er ist sehr zuversichtlich (und das bei der momentanen wirtschaftlichen) Situation. Er legt mir nahe, auf jeden Fall die Schule zu besuchen und weiter das Studium im Auge zu halten.
Zur Not muss ich an den Wochenende einem Mini-Job suchen. Oder er abends noch zusätzlich Arbeiten gehen.
Hört sich ja so schon realisierbar an, aber man darf auch nicht vergessen, dass wir auch noch zwei Kinder haben, für die das Wichtigste ist, mit uns Zeit zu verbringen.